
- Beschluss
Kreistag beschließt die zukunftsfähige Neuausrichtung der VitaNova Kliniken
Der Kreistag des Landkreises Musterland hat in seiner Sitzung das Konzept Zukunft.Gesundheit.2036 beschlossen. Damit ist der Weg frei für die umfassende Neuausrichtung der VitaNova Kliniken, die die medizinische Versorgung für mehr als 300.000 Menschen in der Region langfristig sichern soll.
20.03.2025
„Dies ist eine wegweisende Entscheidung für eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Menschen in unserer Region", sagt Geschäftsführerin Erika Mustermann. „Ich bin unseren Trägern, dem Landkreis Musterland und der Stadt Musterfeld dankbar, dass sie mutig und vorausschauend gehandelt haben. Damit haben wir aktiv die Weichen für unseren Weg in die Zukunft gestellt und die Voraussetzungen geschaffen, die Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Region langfristig zu sichern. Nun werden wir alles daransetzen, das Konzept konsequent umzusetzen."
Schwierige Rahmenbedingungen erforderten das Handeln
Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund einer angespannten Ausgangslage. Im Jahr 2025 lag das Betriebskostendefizit der VitaNova Kliniken bei 9,2 Millionen Euro, ohne Gegenmaßnahmen drohte ein Anstieg auf rund 22 Millionen Euro bis 2030. Eine Belastung, die der ohnehin angespannte Haushalt des Landkreises auf Dauer nicht hätte tragen können.
Hinzu kommen strukturelle Probleme: Viele Leistungen werden derzeit an mehreren der fünf Standorte parallel vorgehalten, ohne dass dafür ausreichend Personal zur Verfügung steht. Die Dienst- und Bereitschaftspläne lassen sich bereits heute nicht mehr zuverlässig besetzen. Die Hauptgebäude der beiden größten Standorte sind stark sanierungsbedürftig und entsprechen nicht mehr den Anforderungen moderner Medizin und Pflege.
Verschärft wird die Lage durch die bundeseinheitlichen Leistungsgruppen der Krankenhausreform, die strengere Anforderungen an Personal, Qualität, Mindestmengen und Strukturen stellen. In der heutigen Struktur können diese Vorgaben nicht erfüllt werden, sodass wesentliche Leistungen wegzufallen drohen.
Vier Erfolgsfaktoren tragen das Konzept
Zukunft.Gesundheit.2036 setzt an vier Punkten gleichzeitig an: Die flächendeckende Grund- und Notfallversorgung bleibt wohnortnah erhalten. Komplexe medizinische Leistungen werden in spezialisierten Zentren gebündelt, um höchste Versorgungsqualität und Patientensicherheit zu erreichen. Ambulante und stationäre Leistungen werden künftig eng verzahnt, damit Patient:innen passgenau und ohne Brüche zwischen den Sektoren versorgt werden. Und moderne Infrastruktur schafft die Voraussetzung für effiziente Abläufe.
Konkret sieht das Konzept ein abgestuftes Versorgungsnetz mit vier Standorten und klaren Leistungsschwerpunkten vor, die aufeinander abgestimmt und eng miteinander verzahnt werden. Der Standort Waldried wird zu einem sektorenübergreifenden Versorger mit breitem ambulanten Angebot, spezialisierten Facharztpraxen, Kurzzeitpflege und geriatrischer Rehabilitation entwickelt. Die Herzinfarkt- und Schlaganfallversorgung wird in Musterfeld und Kirchberg konzentriert, das chirurgische Leistungsspektrum in Kirchberg, Musterstadt und Berghofen. Mittelfristig entsteht in Musterfeld ein neues Zentralklinikum, das die Standorte Musterstadt und Berghofen zusammenführt.
Breiter Dialogprozess vor der Entscheidung
Die Entscheidung des Kreistags stützt sich auf ein umfangreiches Fachgutachten und einen intensiven Informations- und Beratungsprozess. Seit Veröffentlichung des Gutachtens wurden zahlreiche Gespräche mit Mitarbeitenden, Fachexpert:innen, kommunalen Vertretern und Interessengruppen geführt und die dabei eingebrachten Anregungen in die Konzeption eingearbeitet.
„Der Prozess hat bestätigt, dass die Grundrichtung des Konzepts richtig ist", so Mustermann. „Zugleich haben wir wertvolle Präzisierungen erhalten, die das Gesamtkonzept abrunden und allen Standorten eine langfristige Perspektive geben."
Nächste Schritte
Mit dem Beschluss beginnt die Umsetzungsphase. In den kommenden Monaten werden Detailplanung, Genehmigungen und Finanzierung konkretisiert, parallel starten Maßnahmen zur Personalentwicklung und ein begleitendes Change-Management-Programm. Als erste konkrete Maßnahme wird die Geburtshilfe von Berghofen nach Musterstadt verlagert. Für das geplante Zentralklinikum in Musterfeld beginnt das Auswahlverfahren der Fachplaner sowie das Baugenehmigungsverfahren.
Über alle weiteren Schritte informieren die VitaNova Kliniken fortlaufend auf dieser Plattform, im Newsletter und in Veranstaltungen für Mitarbeitende und Bürger:innen.



